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Januar 2026
Aktien mit kurzfristigem Momentum (1 Monat) und gleichzeitig hohem Handelsvolumen zeigen kein klassisches, kurzfristiges Reversal, sondern anhaltendes Momentum. Im Gegensatz dazu weisen Aktien mit kurzfristigem Momentum und gleichzeitig niedrigem Handelsvolumen ein deutliches Reversal auf. Zu diesem Ergebnis kommen Mamdouh Medhat und Maik Schmeling in ihrem Paper „Short-Term Momentum“ für den US-Markt. [1]
Die Forscher untersuchen das Muster an 22 weiteren internationalen Märkten und kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Dabei lassen sich die Effekte nicht durch klassisches Momentum, Reversal, Industry Momentum oder den Post-Earnings-Announcement-Drift erklären. Zudem zeigt die Studie, dass der kurzfristige Momentum-Effekt ein viel geringeres Crash-Risiko aufweist als das klassische Momentum. Gleichzeitig hält der kurzfristige Momentum-Effekt für bis zu 12 Monate an und fällt für Large Caps stärker aus als für kleinere Aktien.
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Das Erklärungsmodell der Autoren basiert auf dem Handelsvolumen als entscheidendes Maß für den Grad an Meinungsverschiedenheiten unter Marktteilnehmern. Zum Beispiel ist das Volumen immer dann besonders hoch, wenn starke Uneinigkeit herrscht, die verschiedenen Akteure also entsprechend ihrer jeweiligen Informationen vermehrt handeln. Das ist zugleich ein Indikator für anhaltende Momentum-Bewegungen, da es in dieser Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit neue Informationen gibt, die aber aufgrund der Uneinigkeit erst über längere Zeit vollständig eingepreist werden.
Bei niedrigem Volumen ist umgekehrt zu vermuten, dass geringe Uneinigkeit herrscht und es entsprechend wenig neue Informationen gibt. Dann basieren Momentum-Bewegungen eher auf Noise Trading und bilden sich tendenziell wieder zurück (Reversal). Insgesamt lässt sich demnach auf Basis des Handelsvolumens unterscheiden, ob eine Tendenz für Momentum oder Reversal besteht.
Eine weitere Studie zu dem Thema veröffentlichten Adam Zaremba, Huaigang Long und Andreas Karathanasopoulos: „Short-Term Momentum (Almost) Everywhere“. [2] Daraus geht hervor, dass der kurzfristige Momentum-Effekt auf Basis der stärksten und schwächsten Monatsrenditen auch bei Rohstoffen, Währungen und Aktienindizes klar nachzuweisen ist. Für Staatsanleihen gibt es dagegen kein klares Ergebnis.
Interessant an der Studie ist der extrem lange Untersuchungszeitraum von mehr als 200 Jahren (1800 bis 2018) sowie die hohe Anzahl untersuchter Einzelmärkte. Auf diese Weise fanden die Forscher auch heraus, dass sich das kurzfristige Momentum „erst“ seit den 1880er Jahren nachweisen lässt und zuvor scheinbar nicht existierte.
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Aktien mit kurzfristigem Momentum und zugleich hohem (niedrigem) Handelsvolumen setzen ihre Bewegung tendenziell fort (kehren sie tendenziell um).
Quelle: [1] Medhat, M. / Schmeling, M. (2018), Short-term Momentum, University of London Cass Business School & Goethe University Frankfurt and Centre for Economic Policy Research (CEPR)
[2] Zaremba, A. / Long, H. / Karathanasopoulos, A. (2019) , Short-Term Momentum (Almost) Everywhere, University of Dubai & Zhejiang University
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