CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 76% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.
Oktober 2026
Applied Digital gehört zu den aufstrebenden amerikanischen Infrastrukturunternehmen, die vom weltweiten Ausbau Künstlicher Intelligenz profitieren möchten. Im Gegensatz zu Nvidia, AMD oder Broadcom entwickelt das Unternehmen keine eigenen KI-Prozessoren. Stattdessen konzentriert sich Applied Digital auf den Bau und Betrieb großer Rechenzentren, die speziell für die enormen Anforderungen moderner KI-Anwendungen ausgelegt sind.
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis 2001 zurück. Unter dem früheren Namen Applied Blockchain beschäftigte sich der Konzern zunächst mit Infrastruktur für Blockchain-Anwendungen und dem Mining von Kryptowährungen. Mit der zunehmenden Nachfrage nach leistungsfähigen Rechenzentren veränderte sich jedoch die strategische Ausrichtung. Seit 2022 firmiert das Unternehmen als Applied Digital und ist an der Nasdaq unter dem Kürzel APLD notiert.
Der entscheidende Wachstumstreiber ist heute das Geschäft mit sogenannten High-Performance-Computing-Rechenzentren, kurz HPC. Diese Anlagen sind darauf ausgelegt, besonders leistungsfähige Prozessoren und KI-Beschleuniger zu betreiben. Dafür benötigen sie enorme Strommengen, leistungsfähige Kühlsysteme und eine Infrastruktur, die deutlich höhere Anforderungen erfüllen muss als klassische Rechenzentren.
Applied Digital konzentriert sich deshalb auf Standorte, an denen große Stromkapazitäten verfügbar sind und gleichzeitig ausreichend Platz für den Bau neuer Rechenzentren besteht. Besonders wichtig ist dabei North Dakota. Dort entwickelt das Unternehmen mehrere große Rechenzentrumsprojekte, die langfristig zu einem bedeutenden Bestandteil der amerikanischen KI-Infrastruktur werden könnten.
Das Geschäftsmodell unterscheidet sich dabei von klassischen Cloudanbietern. Applied Digital möchte vor allem die physische Infrastruktur bereitstellen und langfristig an große Technologieunternehmen oder spezialisierte KI-Cloudanbieter vermieten. Dadurch entstehen vertraglich vereinbarte Einnahmen, während die Kunden selbst für die Bereitstellung und den Betrieb ihrer KI-Hardware verantwortlich sind.
Ein wichtiger Meilenstein war die Vereinbarung mit dem KI-Cloudanbieter CoreWeave. Dieser sicherte sich langfristig große Rechenzentrumskapazitäten am Standort Ellendale in North Dakota. Die Verträge haben eine Laufzeit von rund 15 Jahren und repräsentieren ein potenzielles Umsatzvolumen von mehreren Milliarden Dollar.
Solche langfristigen Vereinbarungen sind für Applied Digital besonders wichtig. Der Bau moderner KI-Rechenzentren erfordert Milliardeninvestitionen, bevor überhaupt nennenswerte Mieteinnahmen entstehen. Durch verbindliche Kundenverträge lassen sich diese Projekte leichter finanzieren und die zukünftigen Cashflows besser kalkulieren.
Zugang zu 150 Börsen in 33 Ländern – Sehr niedrige Kommissionen – Hohen Zinssatz auf nicht investiertes Geld
Gleichzeitig profitiert das Unternehmen von einem strukturellen Engpass der KI-Branche. Während leistungsfähige Chips inzwischen in immer größeren Stückzahlen produziert werden, entwickelt sich die Verfügbarkeit geeigneter Rechenzentrumsstandorte zunehmend zu einem limitierenden Faktor. Insbesondere Stromanschlüsse, Kühlung und die Genehmigung neuer Anlagen benötigen häufig mehrere Jahre.
Applied Digital versucht deshalb, sich frühzeitig geeignete Standorte und Stromkapazitäten zu sichern. Gelingt dies, könnte das Unternehmen zu einem wichtigen Infrastrukturpartner für die großen KI-Cloudanbieter werden.
Ein wichtiger zusätzlicher Wachstumstreiber ist die Ausweitung des Projektportfolios. Applied Digital verfügt inzwischen über langfristige Mietverträge für rund 1.410 Megawatt Rechenzentrumsleistung an fünf Standorten. Über die anfänglichen Vertragslaufzeiten von überwiegend 15 Jahren entspricht dies einem potenziellen Umsatzvolumen von rund 36 Milliarden US-Dollar. Bei vollständiger Ausübung aller Verlängerungsoptionen könnte das Volumen sogar rund 86 Milliarden Dollar erreichen.
Dabei handelt es sich allerdings um vertraglich vereinbarte zukünftige Umsätze, die erst mit der Fertigstellung und Bereitstellung der jeweiligen Kapazitäten realisiert werden können. Die hohen Investitionen und langen Bauzeiten bleiben deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells.
Wie schnell sich Applied Digital inzwischen entwickelt, zeigen die am 7. Oktober veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 322 Prozent auf 341,9 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA erreichte 64,4 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahresquartal lediglich 0,5 Millionen Dollar erzielt worden waren.
Besonders interessant ist die Zusammensetzung der Erlöse. Das Geschäft mit HPC-Rechenzentren erzielte 262,6 Millionen Dollar Umsatz. Davon entfielen 65,8 Millionen Dollar auf wiederkehrende Mieteinnahmen, während 183,5 Millionen Dollar aus Ausbau- und Einrichtungsleistungen für Kunden stammen. Der starke Umsatzanstieg ist deshalb teilweise auf projektbezogene Leistungen zurückzuführen und darf nicht vollständig als wiederkehrender Umsatz betrachtet werden.
Unter dem Strich bleibt Applied Digital allerdings verlustreich. Der ausgewiesene Nettoverlust aus fortgeführten Aktivitäten, der den Stammaktionären zuzurechnen ist, erhöhte sich auf 221 Millionen Dollar. Bereinigt lag der Verlust dagegen bei lediglich 4,1 Millionen Dollar beziehungsweise einem Cent je Aktie.
TESTEN SIE UNVERBINDLICH EINE DEMO
Kostenloses Multi-Märkte-Konto Demo.
Handeln Sie an 150 Börsenplätzen in 33 Ländern.
Demo anfordernDie Zahlen verdeutlichen damit sowohl die Dynamik als auch die Herausforderungen des Geschäftsmodells. Applied Digital befindet sich mitten in einer kapitalintensiven Expansionsphase, in der neue Rechenzentren gebaut werden müssen, bevor die langfristigen Mieteinnahmen vollständig entstehen.
Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über rund 3,7 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln. Gleichzeitig belief sich die Verschuldung auf etwa 6,4 Milliarden Dollar. Die Finanzierung weiterer Projekte, steigende Zinskosten und mögliche Verzögerungen bei der Fertigstellung gehören deshalb zu den wichtigsten Risiken.
Strategisch geht Applied Digital inzwischen auch über die USA hinaus. Anfang Oktober sicherte sich das Unternehmen in Finnland die Möglichkeit, Stromkapazitäten von bis zu einem Gigawatt für zukünftige Rechenzentrumsprojekte zu entwickeln. Damit könnte erstmals ein größerer internationaler Standort entstehen.
Für die Applied-Digital-Aktie ist das Wachstumspotenzial entsprechend groß. Der Konzern profitiert nicht direkt vom Verkauf einzelner KI-Chips, sondern von der steigenden Nachfrage nach geeigneter Infrastruktur. Je mehr Nvidia, AMD und andere Halbleiterhersteller leistungsfähige KI-Systeme auf den Markt bringen, desto größer wird auch der Bedarf an Rechenzentren, die diese Systeme mit Strom versorgen und zuverlässig kühlen können.
Gleichzeitig ist Applied Digital deutlich spekulativer als etablierte Rechenzentrumsbetreiber. Die hohen Investitionen, die Verschuldung und die Abhängigkeit von wenigen Großkunden können bei Verzögerungen oder einer nachlassenden KI-Nachfrage erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben.
Die jüngsten Quartalszahlen liefern dennoch wichtige Fortschritte. Ein Umsatzwachstum von 322 Prozent, erstmals 65,8 Millionen Dollar wiederkehrende HPC-Mieteinnahmen und ein deutlich verbessertes bereinigtes EBITDA zeigen, dass die bereits fertiggestellten Rechenzentren zunehmend zum operativen Ergebnis beitragen.
Für die Aktie dürfte nun entscheidend sein, ob Applied Digital seine umfangreiche Projektpipeline planmäßig fertigstellen und die langfristigen Mietverträge in nachhaltig positive Cashflows umwandeln kann. Gelingt dies, könnte sich das Unternehmen zu einem bedeutenden Infrastrukturpartner der globalen KI-Industrie entwickeln. Bis dahin bleibt die Aktie eine wachstumsstarke, aber auch entsprechend risikoreiche Investition in den Ausbau der KI-Rechenzentren.
Die Quartalszahlen schauen wir uns heute genauer an und ordnen das aktuelle Chartbild entsprechend ein.
Eröffnen Sie ein Multi-Märkte-Konto mit WH SelfInvest
Äußerst niedrige Kommissionen.
Hohe Zinsen auf Geld.
Legendärer Service.
Ich eröffne ein Konto| Das Multi-Märkte-Konto |
| Das Multi-Märkte-Konto |
| Konditionen |
| Konto eröffnen |
| Die Handelsplattform |
| Rückruf anfordern |